I’m not that girl anymore! Über Kleider und eine persönliche Story

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Wer bin ich modetechnisch eigentlich? Diese Frage habe ich mir lange gestellt. Auch früher schon interessierte ich mich für Mode, war aber ein schüchternes Mädchen, was diesbezüglich gerne zur Zielscheibe anderer wurde. Deswegen wollte ich meinen eigenen Kleidungsstil mit Kleidern (oder auch T-Shirts in der Farbe Orange) auch lange nicht ausleben. Ich wollte gerne dazu gehören und verzichtete so auf die Kleidung, die ich gerne tragen wollte.

In den letzten Monaten habe ich viel reflektiert und aufgearbeitet. Ich habe die dunkle Zeit meines Lebens genutzt, um gewisse Dinge an die Oberfläche zu bringen und mich diesen zu Stellen. Wie ich euch schon öfters erzählt habe und auch in meinen Outfits durchblicken lasse, mag ich einfach keine Röcke oder Kleider. Bisher habe ich es einfach mit der Begründung abgetan, “dass ich die halt einfach nicht mag, sie unbequem sind” etc. Dass sich dahinter etwas viel tiefer Liegendes verbirgt, habe ich lange versucht zu verdrängen. Heute will ich euch diesbezüglich eine kleine Geschichte erzählen.

Wie oben schon berichtet, war ich gerne die Zielscheibe meiner Klassenkameraden. Ich wurde jahrelang niedergemacht, ausgeschlossen und war zu dieser Zeit auch noch nicht mit meiner jetzigen besten Freundin befreundet. Damals habe ich mich oft so einsam gefühlt. Wenn ich mich recht erinnere, muss es das erste Jahr an der neuen Schule gewesen sein. Damals war noch das schlaue, blonde Mädchen meine beste Freundin. Zumindest dachte ich das.

Zur Probe unserer Schulaufführung wurde ich krank. Das war natürlich ein blöder Zeitpunkt, aber wie man bei uns so schön sagt: “Jo, mei!”. Um also über die neuesten Geschehnisse informiert zu sein, rief ich meine damalige beste Freundin, das blonde Mädchen, an. Das war zu der Zeit, als man noch das Haustelefon benutzt hatte. Sie erzählte mir alles ganz genau, doch an ihrer Stimmlage war etwas ganz eigenartig. Ich wusste zu dieser Zeit noch nicht was, aber sie hatte mir ein wichtiges Detail verschwiegen.

Als der Tag der Aufführung kam, kam ich natürlich ganz aufgeregt zurück in die Schule. Mir sollte sich gleich eine Intrige eröffnen, die an Boshaftigkeit nicht zu übertreffen ist: (fast) alle Mädchen der Klasse hatten sich zusammengesprochen, dass am Tag der Aufführung jede einen Rock oder auch ein Kleid trägt. Ich konnte dies kaum glauben, ich war wie in Trance und bin dann auch in Tränen ausgebrochen. Wie so oft in dieser höllischen Schulzeit. Was ich alles erlebte, darüber könnte ich ein Buch schreiben, aber sonst schweife ich zu sehr aus, ich finde sicher ein anderes Mal Zeit dafür. Auch jetzt, als ich diese Worte niederschrieb, war ich den Tränen nahe, denn so etwas vergisst man sein Leben lang nicht. Man lernt nur, damit umzugehen.

Das blonde Mädchen sah mich mit schuldbewusstem Blick an. Sie hatte sich von einer anderen Mitschülerin (die mich stets spüren ließ, dass sie mich nicht leiden konnte), beeinflussen lassen, mir dieses wichtige Detail zu verschweigen. Sie entschuldigte sich mehrmals, aber ich war einfach nur am Boden zerstört, dass ich von meiner vermeintlich “besten Freundin” so hintergangen wurde. Mehr als “ist schon gut” brachte ich nicht mehr heraus. Als dieser Tag endlich vorbei war, war ich einfach nur froh.

Das ist nur eine meiner Geschichten. Tagtäglich passiert Mobbing in allen Lebenslagen, ob in der Schule oder auch am Arbeitsplatz, man findet es überall. Wenn euch sowas passiert, wendet euch an eure Eltern, an Lehrer oder andere Personen, die euch nahestehen. Irgendjemand ist immer für euch da. Ich habe diese Chance nicht genutzt, zu Hause wollte ich es nicht erzählen und litt still. Die Lehrer in der Schule haben viele Intrigen gegen mich sehr wohl mitbekommen, konnten (oder teilweise wollten) aber auch nicht helfen. Menschen können oft grausam sein, aber solche Geschichten schreibt das Leben. Durch diese erlebten Dinge hatte ich später den Mut, mich für andere einzusetzen und sei es nur, mich demonstrativ (unterstützend für die betroffene Person) an den gleichen Tisch zu setzen. Diese kleine Maßnahme hat dann oft wahre Wunder bewirkt. Also traut euch und steht für die Schwächeren ein! Niemand hat es verdient, sich alleine und ausgeschlossen zu fühlen.

Jetzt wisst ihr Bescheid. Das ist der tieferliegende Grund, warum ich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten selten ein Kleid oder einen Rock trug. Ich wollte mich dem nicht stellen, fühlte mich immer wieder in die Situation zurückversetzt, habe versucht, es zu verdrängen.

Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mir denke: hey ich sollte echt mal wieder ein cooles Kleid oder auch einen modischen Rock tragen! Man kann sich bezüglich der Mode immer wieder neu erfinden, Stile können sich und dürfen sich auch ändern. Ich habe mir für diesen Frühling/Sommer vorgenommen, endlich wieder “luftiger” unterwegs zu sein und mich nicht mehr von dieser längst vergangenen Geschichte einholen zu lassen. I’m not that girl anymore! Ich lasse mich nicht mehr unterkriegen oder unterbuttern, wer mich nicht mag, bitte, ist eben so, damit kann ich gut leben. Wer meint, irgendwelche gequirlte Scheiße (sorry!) loslassen zu müssen, den halte ich nicht auf. Im Endeffekt machen sich solche Personen doch nur selbst lächerlich.

Diese Anfeindungen von früher haben sich lange negativ auf mein Selbstbewusstsein ausgewirkt, es brauchte Zeit, bis ich dieses wieder halbwegs zurückerlangen konnte. Ich bin jetzt soweit, mich dem zu öffnen. Auch wenn es ca. 13 Jahre gedauert hat.

Ich fühle mich endlich wieder bereit, Kleider und auch Röcke zu tragen. Deswegen wird es Zeit, dass ich euch (sobald ich frühlingshaftere Temperaturen begrüßen darf) meine modischen Favoriten zeige. Ich habe mich bei einem meiner Lieblingsshops, Zalando, umgesehen und auch schon ein paar coole Kleider entdeckt, die perfekt zu meinem Typ passen.

Trage Kleidung, die du gerne magst.
Tue Dinge, die du gerne tust.
Lebe so, wie du es für richtig hälst.
Es wird immer Leute geben, denen das nicht gefällt.
Das ist okay.
Denn so wie du bist, bist du gut.
Und wer das nicht sieht, ist selbst schuld.

 

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2 Kommentare

  1. 2. März 2018 / 23:17

    Hey, ich finde deinen Beitrag wirklich klasse. Ich finde es gut, dass du so offen mit deiner Geschichte umgehst und dass du mit diesem Beitrag und deinem Blog auf das Thema Mobbing aufmerksam machst. Mach weiter so und steh immer für dich ein!
    Liebste Grüße. X Julia

    http://www.itsjewlz.com

    • jessicahaas73
      4. März 2018 / 16:58

      Danke Julia 🙂 liebe Grüße 🙂

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