Warum ich den pinken Himmel leider nicht mehr sehen kann

Die letzten Tage habe ich etwas gemacht, was ich schon längst hätte tun sollen und das einfach überfällig war. Ich bin Accounts bei Instagram entfolgt, die mich einfach nicht mehr inspirieren und bei denen ich einfach kein gutes Gefühl mehr habe. Die ständig nur die gleichen Dinge zeigen. Selfie, Essen, am Strand liegen, Sonnenuntergang beobachten. Und das als täglicher Rhythmus. Ich kann sie nicht mehr sehen! Die perfekt drapierten Fotos, wo es nicht ein Detail gibt, das nicht perfekt zum Anderen passt.

Ich kann es einfach nicht mehr sehen!

Es ist sehr schön, keine Frage, aber ich habe mich einfach daran satt gesehen. Der pinkfarbene Himmel, die Macarons, Urlauben auf einer Yacht. Die Influencer, alle mit blonden Haaren, jede nimmt die gleiche Position ein und setzt ein Lächeln auf, das bereits auf den letzten 50 Fotos zu sehen war. Dazu nette, aber werbliche Beschreibungen, ein paar Hashtags und fertig. Interaktion ist leider zu einem Fremdwort geworden. Vielleicht steckt da auch eine persönliche Veränderung von mir mit drin, dass ich sie einfach nicht mehr cool finde.

Schade

Bei Einigen habe ich den entfolgen Knopf gedrückt, die ich früher mal ganz toll fand und totales Fangirl war. Eine Bloggerin von Diesen hat mit Sicherheit für ihr Leben ausgesorgt. Ihre Snaps klicke ich nur mehr durch, damit sie durchgeklickt sind, weil sie keinen Mehrwert mehr bieten, ja nicht mal mehr lustig sind. Weil ich die Hoffnung habe, dass doch noch etwas kommt, was mich interessiert.

Früher hat sie hier und da gerne mal ein Späßchen gemacht und es war schön anzusehen, wie sie Produkte gezeigt hat und die Päckchen öffnete. Sie war sympathisch und nahbar. Ob das Fassade war, kann ich leider nicht beurteilen, aber ich konnte von ihrem Leben als Blogger nie genug sehen.

Ich glaube sie hat einfach keine Freude mehr am Blogger-sein. Am Blog wird nur mehr wenig aktualisiert, es wird immer das Gleiche in den Stories gezeigt. Urlaube, Essen, hier und da sieht man ihren Freund, der aber immer wenig begeistert in die Kamera blickt.  Keine Ahnung, woran es liegt, aber ich kann mich leider nicht mehr damit identifizieren.

Interaktion? Fehlanzeige!

Für mich ist es ein absolutes Muss, das kann ich nur immer wieder betonen, mit den Followern und auch Bloggerkollegen zu interagieren. Wenn ich nichts gebe, darf ich auch nichts erwarten. Ich like immer zurück und hinterlasse auch gerne Kommentare. Mir ist schon klar, dass ein großer Account mit über 500.000 Followern nicht mehr so agiert wie ich mit der „mageren“ Zahl von 16.000. Jedoch ist es vielleicht nicht so schwer, ein Kommentar mal zu Herzen. Das ist für mich ein Zeichen, dass ich gesehen wurde und die Person meine Interaktion schätzt. Das freut mich und motiviert mich, wieder vorbeizuschauen.

Das finde ich unter anderem so schön bei den Bloggern aus Deutschland: Marina The Moss, Aylin König oder Nina Schwichtenberg von Fashiioncarpet, die sich immer Zeit dafür nehmen, Kommentare zu liken. Alle haben über 100k Follower, mit Sicherheit einen vollgestopften Terminkalender und finden trotzdem ab und an dafür Zeit, auch meinen Kommentar ein Herz zu schenken.

Bei uns in Österreich sind Nina von Berries and Passion, Verena von Who Is Mocca? und Sophie von sophiehearts.com und einige weitere, die auch auf Kommentare antworten und auch mal ein Foto liken. Das wird wahrscheinlich von Person zu Person unterschiedlich sein, aber bei solchen Bloggern komme ich dann gerne zurück. Ich nehme sie mir zum Vorbild, denn ich möchte nicht so wie viele Andere werden. Die, die ihre Follower nicht mehr sehen.

Kopie x 10

Eine hat’s vorgemacht, die Anderen eifern munter nach. Klar, anfangs funktioniert es immer gut, aber wenn alle nur mehr den gleichen Einheitsbrei zeigen, wird es auf Dauer langweilig. Eine Influencerin amüsiert mich immer besonders, denn sie hat es wie keine Zweite drauf, Outfits und Posen von Anderen identisch zu kopieren. Der Erfolg gibt ihr recht, wieso sollte sie aufhören? Es gibt ja genug Leute, die ihre kopierten Bilder schön finden. Ich finde es auch total krass, dass sie anscheinend immer Klamotten findet, die entweder von der gleichen Marke oder ziemlich ähnlich sind. Ich persönlich stelle mir das als Mammutaufgabe vor.

Echte Bilder

Ich konzentriere mich jetzt vorwiegend auf Accounts, die auch mit mir viel interagieren und schenke lieber denen meine Zeit, Likes und Kommentare, als jemanden, der sie sowieso nicht sieht. Ich schaue mir gerne Bilder mit „echten“ Menschen an, die Geschichten zu erzählen haben, wo es auch mal Tage gibt, an denen es nicht so läuft. Die auch gerne mal unperfekte Bilder zeigen, nahbarer sind. Die nicht jeden Tag am Strand mit ihrem Cocktail rumlümmeln und ihre Körper nicht mit Photoshop und zig anderen Programmen bearbeiten. Die, die High Heels gerne mal gegen flache Schuhe tauschen. Welche, die sich trauen, ohne Make-Up eine Instastory zu machen.

Dieser Himmel, der auch eine Spur pink enthält (welch Ironie!) ist nicht bearbeitet. Am Strand von Bibione war er zu diesem Zeitpunkt genauso zu sehen, wie ich ihn auf dem Foto festgehalten habe. Traumhaft schön! Und an diesem Himmel sehe ich mich nicht satt, denn ich weiß, dass er real und unbearbeitet ist.

 

Eine Traumwelt ist schön anzusehen, aber irgendwann fehlen einem doch die Ecken und Kanten.

 

Diesbezüglich möchte ich noch ein paar „kleinere“ Bloggerkollegen erwähnen (sowohl deutsch-, als auch englischsprachig), die bei Instagram immer sehr aktiv sind, zurückliken und kommentieren. Klickt auf den jeweiligen Namen, um zum Profil zu kommen:

  1. @beatricella1
  2. @sunglasses_suggested_blog
  3. @linalawnista
  4. @modesalat
  5. @melinaalt_blog
  6. @bezibella
  7. @mackday
  8. @jojolimanoli
  9. @gailtalontour
  10. @moniqueseverydayadventures
  11. @coffeeandbooks_at
  12. @alex.knopp
  13. @stephsstylebook
  14. @enns_portfolio
  15. @thefashionanarchy
  16. @thecasualissue
  17. @heyitsdenise_com
  18. @kardiaserena

Ich entschuldige mich recht herzlich, falls ich jemanden vergessen haben sollte <3

 Wie steht ihr zu dem Thema? Schreibt es mir gerne in die Kommentare 🙂

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16 Kommentare

  1. 20. Juli 2017 / 16:05

    Danke für deinen sehr ehrlichen Beitrag!
    Wir hatten ja bereits per DM geschrieben und ich kann dir einfach nur zustimmen. Ich hoffe, dass sich der Einheitsbrei in Zukunft auflöst und Blogs/Instagramseiten Aufmerksamkeit bekommen, die nicht Mainstream-rosarote-zuckerwattewelten- am Strand zeigen.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag
    Benji

    • jessicahaas73
      20. Juli 2017 / 16:27

      Ich danke dir Benji für dein Kommentar 🙂 Ich denke, irgendwann wird der Umbruch kommen, früher oder später 🙂 Liebe Grüße 🙂

  2. 20. Juli 2017 / 17:58

    Hallo Jessica!

    Vielen Dank für Deinen Beitrag.
    Ich blogge noch nicht sehr lange und von erfolgreich bin ich in der Tat weit weg.
    Doch tummle ich mich gerne, fast täglich in den SocialMediaKanälen herum.
    Und kann Dir leider nur recht geben. Es gibt wenige Accounts, die tatsächlich inspirierend sind.

    Liebe Grüße,
    Natascha

    • jessicahaas73
      20. Juli 2017 / 22:46

      Danke für deinen Kommentar Natascha! Viele liebe Grüße 🙂

  3. 20. Juli 2017 / 18:25

    Was für Dich der pinke Himmel ist, sind für mich dann wohl nackte Beine auf weißen Bettlaken, darauf noch die Kaffeetasse, das Macbook und Blumen.
    Wer sitzt denn so auf’m Bett? Der Kaffee verschüttet bei der kleinsten Bewegung, das Macbook überhitzt auf dem Laken und die Blumen hinterlassen Dreck. Wer soll das glauben?

    Aber gut, es kann jeder posten, was er denkt, posten zu müssen. Ich muss ja dann eben nicht folgen.

    Mein Instagram Feed bleibt auf alle Fälle bunt. 😀

    • jessicahaas73
      20. Juli 2017 / 22:47

      Ja stimmt, dieses Foto kommt auch recht oft vor 🙂 Genau, man folgt dann eben nicht und gut ist es. Solange man sich selbst treu bleibt 🙂 liebe Grüße 🙂

  4. 20. Juli 2017 / 20:25

    Ein super Beitrag. Ich selbst fühle mich dadurch ermutigt, dass man gar nicht so einen perfekten Instagram-Account braucht, sondern es Menschen gibt, die es grade schätzen, wenn man nicht so „perfekt“ ist und auch mal von echten Problemen berichtet. Die Mehrheit auf Insta legt ja nunmal aber Wert auf die perfekte Scheinwelt. Schwierig die Balance zu finden, aber man muss einfach Spaß bei der Sache haben und man selbst sein.

    Ganz liebe Grüße
    Alina

    • jessicahaas73
      20. Juli 2017 / 22:49

      Danke Alina 🙂 Ich hatte mich auch mal unglaublich unter Druck gesetzt mit diesen Bildern mitzuhalten, bis ich irgendwann gemerkt habe, dass das gar nicht nötig ist 🙂 Ich bin ich selbst und so fühlt es sich gut an 🙂 Liebe Grüße 🙂

  5. 21. Juli 2017 / 11:40

    Hallo Jessica!
    Toller Beitrag! Auch der Titel ist sehr gut gewählt! Bin einfach neugierig geworden, was sich dahinter verbirgt. 😉 Ich blogge zwar noch nicht sehr lange, aber auch mir ist bereits aufgefallen, dass sich wenige Blogs vom Einheitsbrei abheben und inspirierend sind.
    Auch mir fehlen ehrliche Beiträge und Meinungen. Ich habe mir z.B. getraut, den angeblich schönsten Strand Korsikas zu diskreditieren (https://juliesreiseblog.wordpress.com/2017/07/13/santa-giulia-enttaeuschung-pur/). Dafür gibt es halt keine Likes…das dürfte wahrscheinlich das Problem sein.
    Liebe Grüße
    Julia

    • jessicahaas73
      21. Juli 2017 / 15:12

      Hallo Julia! Danke für dein Kommentar 🙂 Ja es wird schwierig, sobald man etwas kritisch beäugt. Gerade aber solche kritischen Beiträge stehen für mich für Authenzität und da glaube ich diesem Blogger mehr als jemanden, der immer nur alles „super duper“ beschreibt 😀 Liebe Grüße 🙂

  6. 21. Juli 2017 / 17:00

    Liebe Jessi,
    wahre Worte! Ich finde, du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht und muss dir in einigen Dingen recht geben. Viel zu oft verliert man sich in der Online Welt, auch ich, und beschäftigt sich mit den Bloggern oder Vorbildern, die im Endeffekt nicht wertschätzen, wenn man ein Kommentar oder Sonstiges hinterlässt.
    Jeder muss hier seinen Weg finden und vor allem sich selbst treu bleiben und das machen was einem gefällt und Spaß macht.
    Toller Beitrag, regt zum Nachdenken an!

    Und danke für die namentliche Erwähnung, das freut mich sehr! ☺

    Alles Liebe,
    Betti

    http://bezibella.com

    • jessicahaas73
      21. Juli 2017 / 17:15

      Hey Betti, vielen Dank 🙂 Du hast recht, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.
      Ich danke dir, für das Liken und Kommentieren meiner Fotos und hier am Blog- da ist diese Erwähnung das Mindeste, womit ich mich erkenntlich zeigen kann <3 Liebe Grüße 🙂

  7. 21. Juli 2017 / 20:12

    Hallo Jessica,
    toll, dass Du so ehrlich bist. Das trauen sich nicht viele. Das Leben besteht nunmal nicht aus Designertaschen und rosa Wölkchen. Wir können unser Leben nicht mit Photoshop bearbeiten. Mir fehlt bei vielen der „großen“ Influencer die eigene Meinung und der eigene Contet. Wie oben schon beschrieben, niemand sitzt mit Blümchen im Bett oder posiert mit einer Waschmittelflasche im realen Leben. Mir fehlt das „normale“ bzw. uninzinierte bei diesen Personen.
    Liebe Grüße Regina

    • jessicahaas73
      21. Juli 2017 / 20:20

      Danke Regina! Ja das stimmt, die Diskussion um die Waschmittelflasche war ja gerade in vollem Gange. Es kommt immer auf die Interpretation an, die über Glaub- oder Unglaubwürdigkeit entscheidet! Liebe Grüße 🙂

  8. 24. Juli 2017 / 19:29

    Ich sehe das genauso wie du und finde es toll, dass du das Thema angesprochen hast. Ich denke wir alle wissen von welchen „Blogger“ – oder sind es Influencer? – du redest … Ich habe da direkt 1-3 im Kopf die ich mal sehr mochte aber mittlerweile nur noch nervig finde.

    Liebe Grüße, Milli
    (http://www.millilovesfashion.de)

    • jessicahaas73
      24. Juli 2017 / 20:08

      Danke für dein Kommentar! Ja ich konnte auch nicht anders als denjenigen zu entfolgen. Liebe Grüße 🙂

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